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Ende des letzten Jahres (27.12.11 bis 24.01.12) fuhren 4 Schülerinnen nach
Kenia, um innerhalb des Projektes >Welt:Klasse< bei der Arbeit -
Anbau/Ernte/Verkauf von Macadamia-Nüssen - zu helfen. Lesen Sie hier die
Schilderung ihrer Eindrücke:
Dort, wo die Elefanten Vorfahrt haben
Unsere Reise nach Kenia liegt mittlerweile hinter uns - der Geschmack von
Ananas, die schwarzen, geflochtenen Zöpfe der Schulkinder, unsere schmutzigen
Hände von der Arbeit auf dem Feld sind jetzt nur noch Erinnerungen.
Wir (Kim, Cordula, Anna und Maxi) sind vier Schülerinnen der Jahrgangsstufe
12, die im Winter 2011 mit der Welt:Klasse Pforte Stiftung für einen Monat nach
Kenia geflogen sind. Zusammengefunden haben wir uns allerdings viel früher, denn
die Reisevorbereitungen haben sich über den Zeitraum eines gesamten Jahres
hingezogen. Das Projekt sieht für seine Teilnehmer ein selbstständiges
Fundraising von 2000 € pro Schüler vor, das für uns wahrscheinlich die größte
Hürde, gleichzeitig aber auch den größten Erfolg darstellte.
Schon im Juni 2011 wurden wir während eines von der Stiftung Welt:Klasse
organisierten, zweitägigen Seminars auf das Zusammenspiel in der Gruppe und den
Aufenthalt in Kenia vorbereitet, doch eine richtige Vorstellung vom Leben in
Afrika hatten wir mitnichten. Plötzlich ging alles sehr schnell, und wir vier
saßen im Flugzeug Richtung Äquator.

Wir wurden schnell und herzlich aufgenommen, und konnten unseren Guide
Anthony, in dessen Familie wir in der ersten Woche untergebracht waren, mit
Fragen aller Art bombardieren. Das half uns, recht schnell Zugang zum
kenianischen Alltag zu finden, denn von Hochzeiten bis zum Bildungssystem wurde
nichts ausgelassen. Die erste Woche in Thika, eine Autostunde über staubige
Straßen von Nairobi entfernt, verbrachten wir damit, uns einen Überblick über
Markt- und Bildungswesen zu verschaffen, trafen einen sesshaft gewordenen Massai
Bauern, der uns mit seiner vollkommen autarken Farm ziemlich beeindruckte und
lernten auch so einiges über kenianische Geschäftsführung, da Anthony von früh
bis spät per Telefon mit seinen Partnern kommunizierte.
Die zweite und dritte Woche, die wir in einem Dorf im nordwestlichen Embu
County verbrachten, verliefen um einiges ruhiger. Dort war es uns zur Aufgabe
gemacht worden, Macadamiabäume zu pflanzen und verschiedene Farmer, die
Mitglieder der Vereinigung „Macadamiafans“ geworden waren, zu interviewen.

Die Macadamiafans-Bauern (im nächsten Jahr sind es schätzungsweise 500
Mitglieder) verdienen für jedes Kilo „guter“ Nüsse 85 Kenyan Shilling, was
ungefähr 85 Cent entspricht. Dieser konstante Preis hat viele Bauern dazu
bewegt, dem Projekt beizutreten, da er nicht von allen Abnehmern gewährleistet
wurde. Oft verdienten die Bauern willkürlich viel oder wenig. In der von uns
besuchten Macadamiafans Fabrik werden zudem regelmäßig Infoveranstaltungen zum
organischen Anbau für interessierte Bauern angeboten. Jeder Bauer erhält eine
Nummer, unter der man ihn später im Internet finden kann (hier kommen wir ins
Spiel: mit den Interviews soll das Leben der Bauern möglichst vielfältig
beleuchtet werden und den Käufern veranschaulicht werden.)
Im Dorf lebten wir jeweils zu zweit in zwei Gastfamilien, und nahmen mit dem
ländlichen Lebensstil unerwartet schnell die Ess-, vor allem aber die
abendlichen Fernsehgewohnheiten unserer Familien an. Die Arbeit wurde jeweils
auf den Farmen unserer Familien verrichtet, doch da wir über die
Weihnachtsfeiertage und Neujahr unterwegs sind, hat es durchaus genug Zeit zum
Verschnaufen gegeben. Sicher mussten wir uns mit ärmeren Verhältnissen
auseinandersetzen, als wir gewohnt sind, jedoch sind wir von der
wirtschaftlichen Entwicklung und Eigendynamik positiv überrascht worden, nicht
zuletzt in den Momenten, in denen wir mehr von den Farmern als sie von uns
lernen konnten.

Dabei sehen wir das Konzept der Welt:Klasse Stiftung, die von Matti Spieker
begründet worden ist, durchaus als umgesetzt: tagtäglich erhalten wir Impulse,
uns mit Themen wie Globalisierung, Entwicklungszusammenarbeit und
Interkulturalität auseinanderzusetzen und hoffen, diese mithilfe unseres Blogs
auch an Mitschüler weiterzugeben.

Während unserer letzten Sonnentage, die wir in der Hauptstadt Nairobi
verbringen, besuchten wir Unternehmen wie KOAN (Kenya Organic Agriculture
Network),dass sich gründete, um den Sektor der organischen Agrarwirtschaft in
Kenia zu koordinieren und verbrachten einen Tag mit den Schülern einer
Slumschule, besuchen weitere Märkte, einen Massai Comunity und das aufwendig
gestaltete Nationalmuseum- müssen allerdings auch feststellen, dass unsere
Energie sich langsam aufbraucht, oder sich jedenfalls mit einer gewissen
Vorfreude auf Zuhause vermengt.

Doch hier angekommen, ist uns erst einmal ziemlich kalt. Da helfen die
mitgebrachten Ananas nur wenig, wir müssen in den sauren Apfel beißen.
Glücklicherweise wird die Erinnerung an die Reise für immer süß bleiben, wir
möchten Danke sagen für die Unterstützung unserer Sponsoren, und ein besonders
großes“ Asante“ an die Stiftung Schulpforta!

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